Der Kaufvertrag
Haben Sie Sie sich mit dem Käufer geeinigt, setzt der Notar nun den Kaufvertrag auf. Tipp: das geht immer vom Käufer aus, daher bitten Sie diesen am besten direkt, einen Notar zu beauftragen. Im Vertrag sind alle Abmachungen zu finden, sowie auch Informationen dazu, wenn beispielsweise Möbel übernommen werden und natürlich die Höhe der vereinbarten Kosten. Der Vertrag wird vorab dann an beide Parteien geschickt. Prüfen Sie ihn gründlich. Beachten Sie, dass ein Notar Sie nicht inhaltlich beraten kann. Er ist nur für die rechtlichen Dinge zuständig. Es ist daher sinnvoll, dass Sie sich jemanden an die Seite holen, der genau darauf achtet, dass Ihnen im Kaufvertrag keine Nachteile entstehen.
Ist eine Reservierungsvereinbarung sinnvoll?
Sollten bis zum festgelegten Notartermin mehrere Wochen vergehen, sei es, da der Käufer doch noch ein paar Wochen Bedenkzeit benötigt, oder der Notar länger nicht anwesend ist, kann eine Reservierungsvereinbarung sinnvoll sein. Sie reservieren die Immobilie hiermit für den Käufer. In dieser Zeit dürfen Sie die Immobilie niemandem anbieten. Der Käufer kann dadurch sicher sein, dass Sie die Immobilie nicht doch noch an jemanden verkaufen, der eventuell bereit ist, mehr Geld zu zahlen. Und Sie haben ebenso eine Sicherheit, falls er dann doch noch abspringt.
In der Reservierungsvereinbarung wird festgehalten, dass die Reservierungsgebühr einbehalten werden darf. Wenn es zum Immobilienkauf kommt, wird diese Summe dann mitangerechnet. Bei der Höhe der Reservierungsgebühr gibt es keine klaren Vorgaben. Ist ein Makler involviert, sind es häufig 5 – 10% der späteren Maklerprovision. In diesem finanziellen Rahmen ist keine notarielle Beurkundung der Reservierungsvereinbarung nötig.
Wichtig ist hier, auf einige Dinge zu achten, damit die Reservierungsvereinbarung gültig ist. Suchen Sie sich speziell für Ihren individuellen Fall am besten Unterstützung. Trotzdem müssen beide immer im Blick behalten: erst wenn der Kaufvertrag notariell beurkundet ist, ist der Immobilienverkauf unter Dach und Fach. Eine Garantie kann auch die Reservierungsvereinbarung nicht geben, nur ein Gefühl der Sicherheit für beide Seiten.
Welche Schritte stehen nach dem Notartermin an?
Schließlich steht dann der Notartermin für die Beurkundung an, an dem beide Parteien anwesend sind. Der Notar geht den Vertrag nun Satz für Satz durch. Hier können Sie nochmal Fragen stellen, sofern etwas unklar ist oder noch etwas berichtigt werden muss.
Sobald der Vertrag von allen unterschrieben wurde, stehen nun noch die letzten Schritte an und der Käufer überweist das Geld. Die Abwicklung läuft beispielsweise über ein Notaranderkonto. Der Notar gibt das vom Käufer eingezahlte Geld erst dann an den Verkäufer weiter, sobald alle Voraussetzungen zur Kaufpreiszahlung erfüllt sind. Somit gilt das Notaranderkonto als die sicherste Form der Kaufpreisabwicklung. Häufig wird der Käufer dann auch direkt im Grundbuch eingetragen, manchmal auch erst nach der Übergabe der Immobilie.
Als Alternative zum Notaranderkonto wird immer häufiger auch die Direktzahlung genutzt, da hierfür zum einen weniger Gebühren anfallen und zum anderen der Notar auch nur dann ein Notaranderkonto einrichten darf, sofern ein berechtigtes Sicherungsinteresse vorliegt.
Bei der Direktzahlung zahlt der Käufer ebenso erst dann, wenn alle Vertragsbedingungen des Kaufvertrages erfüllt sind. Hierfür bekommt der Käufer eine Mitteilung vom Notar.
Die Übergabe der Immobilie
Wenn die Bezahlung der Immobilie dann erfolgreich abgeschlossen ist, kann nun die offizielle Übergabe der Immobilie erfolgen.
Hier empfiehlt es sich, ein Übergabeprotokoll zu erstellen und nochmal alle wichtigen Punkte von diesem Termin festzuhalten. So sollten beispielsweise Informationen über den Zustand der Immobilie aufgeschrieben werden, als auch aktuelle Zählerstände von Strom und Wasser notiert werden. Für Mängel, die erst später entdeckt werden und nicht im Protokoll aufgenommen wurden, haften Sie als Verkäufer dann nicht mehr. Beide Seiten müssen es unterschreiben und jeder bekommt eine Kopie davon.
Zudem werden an diesem Tag alle Unterlagen an den Käufer ausgehändigt und natürlich die Schlüssel. Ihre Immobilie hat nun einen neuen Besitzer.